Situation
Das Rintheimer Feld wird geprägt durch 4-5-geschossige Zeilenbauten mit Nord-Süd-Ausrichtung
aus den 1950er Jahren sowie drei achtgeschossige Punkthäuser aus der selben Entstehungszeit.
Das Bild wird weiterhin durch 9-17-geschossige Hochhäuser bestimmt, die, als typische
Zeitzeugen aus den 1970er Jahren, ohne städtebaulich definierte Außenräume zu bilden, frei auf
dem Areal positioniert zu sein scheinen. Die Hochhäuser befinden sich im unmittelbaren
nördlichen Anschluss an das Planungsgrundstück.
Städtebauliche Einbindung
Der ungewöhnlichen Situation an der Nahtstelle verschiedener städtebaulicher Strukturen der
Nachkriegsmoderne entsprechend, nimmt die neue Wohnbebauung eine vermittelnde Position
ein:
Die Offenheit der bestehenden Bebauung des Rintheimer Felds in Nord-Süd-Richtung wird im
Übergang zur Feldbergstraße etwas zurückgenommen. Die neue Bebauung bildet dadurch,
räumlich wahrnehmbar, den südlichen Abschluss des Rintheimer Felds im Übergang zu den
niedrigen ost-west-ausgerichteten Gebäuden der H.-Köhler- und der Tulla-Realschule, die sich
jenseits der Feldbergstraße befinden.
Auf dem Grundstück entstehen zwei Baufelder (Baufeld 1: Gebäude A-D, Baufeld 2: Gebäude
E-H) mit jeweils einem nach allen vier Seiten hin geöffneten und fußläufig durchlässigen Innenhof.
Zwischen den beiden Baufeldern ist ein Quartiersplatz angeordnet, der im Falle der Ansiedlung
des Nahversorgers und in Ergänzung zu den Kunden-Stellplätzen an der Forststraße als
Kundenparkplatz dient. Der Quartiersplatz dient darüber hinaus als südlicher Auftakt für die
fußläufige Durchwegung nach Norden hin.
Die beiden Gebäudegruppen lassen sich städtebaulich in Anlehnung an die freistehenden
Gebäude der Nachkriegsmoderne gleichermaßen als im fließenden Raum angeordnete
Solitärgebilde lesen.
Durch die Innenhöfe erhalten die Hausgruppen zusätzlich zur öffentlichen Seite jeweils eine
private Ausrichtung. Zu den Innenhöfen hin sind deshalb die gewünschten und im Niveau auf
Sockelhöhe angehobenen Privatgärten angeordnet.
Mietwohnungen
Die öffentlich geförderten Mietwohnungen sind im Gebäude A, die frei finanzierten
Mietwohnungen in den Gebäuden B bis H vorgesehen.
Die durch Fenstertüren großzügig belichteten und mit reizvollen Sichtbeziehungen versehenen
Wohnungen orientieren sich vorwiegend nach Süden und nach Westen.
Jeder Wohnung ist ein großzügig dimensionierter, nicht einsehbarer Freibereich in Form einer
Terrasse, eines Dachgartens oder einer Loggia zugeordnet.
Sämtliche Wohnungen sind direkt von der Tiefgarage aus erreichbar, barrierefrei und verfügen
über ein Tageslichtbad.
Alle im EG befindlichen Wohneinheiten sind durch einen Sockel gegenüber dem Außenniveau
angehoben und verfügen über einen direkt zugeordneten eigenen Garten.
Nahversorger, Gewerbeeinheiten
Die gewünschte Kombination aus Nahversorger und zwei kleineren Gewerbeein-heiten lässt sich
problemlos in die Bebauung integrieren. Sie ist im EG der Häuser B und C und in deren
Gebäude-Zwischenraum vorgesehen. Nahversorger und Gewerbeeinheiten orientieren sich zu
der dem Quartier übergeordneten Feldbergstraße als direkter Verbindung nach Alt-Rintheim und
zum Quartiersplatz hin.
Verkehr, Tiefgarage
Für die Forststraße wird auch in Anbetracht der benachbarten Schulgebäude die Ausbildung einer
verkehrsberuhigten Zone (shared space) vorgeschlagen.
Die Baufelder 1 und 2 erhalten jeweils eine eigene Tiefgarage, über die im Zusammenhang mit
der Wohnnutzung die erforderlichen PKW-Stellplätze nachgewiesen werden können. Die
Erschließung der Tiefgarage für das Baufeld 2 erfolgt über die bereits bestehende, nördlich
gelegene Rampe. Der Bau einer neuen Rampe ist somit nur für das Baufeld 1 erforderlich.
Die für den Nahversorger erforderlichen 40-50 oberirdischen Stellplätze sind auf dem
Quartiersplatz, und, in Ergänzung dazu, entlang der Feldbergstraße nachgewiesen. Hier und am
westlichen Rand des Grundstücks befinden sich auch die öffentlichen Besucher-Stellplätze.
Hausmüll, Fahrradstellplätze
An zentraler Stelle innerhalb der Baufelder 1 und 2 befinden sich je zwei abschließbare Boxen für
den Hausmüll und die Fahrräder. Entlang der nördlichen Grundstücksgrenze wird ein lediglich für
Müllfahrzeuge befahrbarer Streifen angelegt, über den, im Zusammenhang mit der Forststraße,
sämtliche der insgesamt vier Müllstandorte anfahrbar sind.
Konstruktion, Material, Oberflächen
Für die Bebauung wird eine wirtschaftliche Außenwandkonstruktion in Massivbau-weise mit
hochgedämmtem WDVS und mineralischem Putz vorgeschlagen.
Wirtschaftlichkeit, Haustechnik, Energie
Die einfach gehaltene, kompakte Baukörperausbildung wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit
und den Energieverbrauch aus.
Die Bebauung ist an das bestehende Nahwärmenetz angeschlossen. Der angestrebte Standard
"Effizienzhaus 70" nach der EnEV 2009 wird von allen Teilen der neuen Bebauung erfüllt.